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Statt „selektiver Wirtschaftsmigration“ zur Steigerung „unserer“ Konkurrenzfähigkeit solidarische Problemlösungen!Einladung zum 2. Zukunftskonvent am 27.5.2005 Die
Europäische Kommission hat im Januar 2005 ein Grünbuch zur
Wirtschaftsmigration vorgelegt. Sinn und Zweck ist es, eine breite
gesellschaftliche Debatte zu starten, um zu einer gemeinsamen EU-europäischen
Strategie zu kommen. Diese wird nach Ansicht sehr einflussreicher Kreise
gebraucht, um die „Herausforderungen des demographischen Wandels“ so meisten
zu können, dass die Europäische Union doch noch dynamischste und wettbewerbsfähigste
Weltwirtschaftsregion wird. Der
Europäische Rat hatte im November 2004 den besonderen Stellenwert der
Wirtschaftsmigration für die Realisierung dieses Zieles herausgestellt und die
Kommission aufgefordert, vor Ende 2005 „einen strategischen Plan zur legalen Zuwanderung
vorzulegen, der auch Zulassungsverfahren umfasst, die es ermöglichen, umgehend
auf eine sich ändernde Nachfrage nach Wanderarbeitskräften auf dem
Arbeitsmarkt zu reagieren.“ Das
Grünbuch soll nun klären, welche Probleme es gibt und welche Möglichkeiten für
ein gemeinsames Vorgehen der Mitgliedsländer im Bereich der
Wirtschaftsmigration bestehen. Wir
meinen, dass wir uns an der Diskussion beteiligen sollten. Nicht zufällig
hatten wir uns beim 1. Konvent mit der „Mär eines Krieges der Generationen“
auseinandergesetzt und über Strategien
„Für Gerechtigkeit und Solidarität“ diskutiert. Diese gehen sowohl von
den Bedürfnissen einer älter werdenden Gesellschaft aus als auch von dem
Willen, die Gesellschaft kinder- und jugendfreundlich zu machen. Dieses
Herangehen unterscheidet sich von jenem, das den aktuellen Wirtschaftsinteressen
entspricht. So wird im Bericht der Hochrangigen Sachverständigengruppe zur
Beschäftigungspolitik, die für den EU-Gipfel vom März eine wesentliche
Vorarbeit leistete, der Mensch als „Wirtschaftsgut“ bezeichnet. In
ihrem Bericht heißt es ganz selbstverständlich: „Auch wenn das
Arbeitsmarktpotenzial in vollem Umfang ausgeschöpft wird, ist eine selektive
Einwanderung aus Drittländern notwendig, um Lücken auf dem europäischen
Arbeitsmarkt zu schließen und die negativen Folgen des ‚Brain drain’
teilweise auszugleichen.“ (Hochrangige Sachverständigengruppe 2004, 40) „Brain drain“ aus
EU-Europa ist für die Sachverständigen ein Problem, „brain drain“ aus dem
Rest der Welt offensichtlich nicht! Wir übersehen
keineswegs demographische und gesellschaftliche Probleme: Wir sehen einerseits
Massenarbeitslosigkeit und andererseits einen Mangel an Fachkräften. Wir sehen
die Folgen der Abwanderung Erwerbsfähiger mit ihren Kindern in den verlassenen
Regionen. Wir sehen die erwerbslosen Jugendlichen in Polen, die bereit sind,
eine Arbeit in einem anderen EU-Land aufzunehmen und jene, die sich vor
derartiger Konkurrenz fürchten. Wir sehen qualifizierte Fachkräfte in Staaten
außerhalb der Europäischen Union, die gerne in einem EU-Mitgliedsland arbeiten
würden, und wir sehen die zahlreichen Asylsuchenden, ausgegrenzten und
diskriminierten Migrantinnen und Migranten, die „Illegalen“, denen die Wege
zu existenzsichernder Arbeit verstellt sind. Wir wissen aber auch,
dass nicht alle Probleme auf einmal lösbar sind, dass konkrete Fragen zu
konkreten Zeitpunkten aufgeworfen und entschieden werden müssen ohne dass alle
Zusammenhänge Berücksichtigung finden können. Wie sich zur
„Wirtschaftsmigration“ konkret verhalten ohne Strategien zu befördern, die
Nationalismus und Rassismus und/oder weitere Vereinzelung und Entsolidarisierung
in der Gesellschaft bewirken? Wie auf (scheinbare) Detailfragen konkrete und
schlüssige Antworten so geben, dass in der Gesellschaft gerechte und
solidarische Reformschritte begünstigt werden? Die
Auseinandersetzung mit diesen Fragen drängt uns zur erneuten Beschäftigung mit
demographischen Problemen, mit Strategien gegen soziale Ausgrenzung und zur
Verteidigung und Stärkung von sozialen, politischen und kulturellen
Rechten. Dazu
laden wir ein! 2.
Zukunftskonvent am 27.5.2005, 17.00 Uhr im Rathaus Lichtenberg (Möllendorffstraße
6 in 10360 Berlin), Raum 114 Statt „selektiver Wirtschaftsmigration“ zur Steigerung „unserer“ Konkurrenzfähigkeit solidarische Problemlösungen! mit
-
Gabriele
Zimmer, MdEP
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Witold
Kaminski, Polnischer Sozialrat
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Dr.
Andreas Prüfer, Stellv. Bürgermeister
Moderation:
Dr. Judith Dellheim
Kontakt: Judith
Dellheim, Alfred-Döblin-Straße 14, 12679 Berlin, Judith.Dellheim@web.de |